Stollenfest Dresden 2007
Dresden erlebt große Stollenprozession
Größter Christstollen der Welt rollt durch Dresden - Stollenverkauf zugunsten des Heinrich-Schütz-Konservatoriums - Riesenstollenanschnitt mit Sozialministerin Orosz und Bürgermeister Hilbert
Es ist soweit. Das 14. Dresdner Stollenfest steht vor der Tür, und der größte Stollen der Welt rollt durch die sächsische Landeshauptstadt. Am Sonnabend (8. Dezember, 10.30 bis 15.30 Uhr) feiern die Dresdner ihre vielleicht berühmteste Delikatesse, den Dresdner Stollen, mit einem großen Volksfest. Wohl nirgendwo sonst auf der Welt schenkt man einem „Kuchen“ so große Aufmerksamkeit. Und nirgendwo sonst kann man in einem Fest gleich zwei Superlative sehen: den größten Stollen und das größte Messer der Welt. In einem großen Festumzug, der sogenannten Stollenprozession, fahren die Bäcker und Konditoren der sächsischen Metropole dabei einen rund vier Tonnen schweren Riesenstollen durch ihre Stadt. Das gewaltige Exemplar (4,35 Meter lang, 1,78 Meter breit, 75 Zentimeter hoch), das unter anderem aus einer Tonne Mehl, 2,6 Millionen Sultaninen und 74 Litern Rum besteht, entspricht einer detailgetreuen Vergrößerung eines typischen Dresdner Vier-Pfund-Christstollens und wird auf einem von drei Pferden gezogenen Fuhrwerk zehntausenden Schaulustigen in der barocken Altstadt präsentiert und anschließend auf dem ältesten deutschen Weihnachtsmarkt teilweise für einen guten Zweck verkauft. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 100.000 Menschen zum Festumzug und auf den Striezelmarkt. Inzwischen gilt das Stollenfest als Höhepunkt des berühmten, 573 Jahre alten Striezelmarktes.
250 Jahre Schlacht bei Roßbach 2007
Falls sich mancher fragt warum wir am Eröffnungsappell in Reichardtswerben nicht anwesend waren.
Zur Historie: Wie allgemein bekannt, glaubte jeder der damaligen Kriegsparteien die anderen Streitkräfte im Marsch zu überraschen bzw. dem Marsch des Gegners zu folgen. Der preußische Kavallerieangriff auf die sich noch nicht in Schlachtordnung aufgestellten Franzosen und Reichsarmee brachte den Sieg für Preußen. Kurz gesagt: Die Reichsarmee wurde im Marsch überrascht.
Wir (diesmal die Reichsarmee darstellend) hatten uns schon frühzeitig für einen Marsch auf historischen Pfaden entschlossen. Dank fleißiger Helfer wurde unser Compagniewagen rechtzeitig fertig und ein Kutscher mit zwei Pferden für unser Vorhaben gefunden. Nach Recherchen über den alten Anmarschweg der Alliierten Reichsarmee und Ausnutzung jetzt vorhandener Feldwege, erarbeiteten wir uns eine Marschroute. So machten wir uns auf den 15km langen Marsch. Etwas abweichend von der Historie besuchten wir das alte Rittergut in Roßbach, von dessen Dachboden Friedrich die Reichsarmee beobachtete, und wurden dort mit Speis und Trank aufs freundlichste begrüßt. Nach der Ankunft in Reichardtswerben nahmen wir an dem Umzug und der Gefechtsdarstellung in Reichardtswerben teil.
Schade, dass sich die zwei gemeinden Roßbach und Reichardtswerben nicht zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung durchringen konnten. So schwelt der seit Jahrzehnten anhaltende Konflikt zwischen diesen Gemeinden weiter. Die einen sind neidisch weil die Schlacht „bei Roßbach“ und nicht „bei Reichardtswerben“ heißt, die andere bedauert, dass das Denkmal für die Schlacht nach der Wende in Reichardtswerben errichtet wurde. Beide vergeben so die Möglichkeit in Eintracht gemeinsam derselben Sache zu gedenken.
Bedauerlich ist, dass die anwesenden Darsteller und Vereine im Vorfeld nicht (oder nicht genügend) auf die historischen Zeitzeugen (sprich Rittergutshaus mit Gedenktafel von Friedrich) in Roßbach aufmerksam gemacht wurden und jeder Versuch von uns dazu als Störung der Veranstaltung in Reichardtswerben angesehen wurde. Damit lässt sich der Anspruch auf Bewahrung der Historie kaum glaubhaft darlegen.
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